Mittwoch, 21. Oktober 2015

Schutzengel

Vorgestern, der 19. Oktober 2015 war mit einer der schlimmsten Tage in meinem Leben. Ich wollte eigentlich viel früher einen Blogeintrag machen, doch ein Autounfall hat mich gehindert. Oft wird gesagt, dass die Beifahrer meist das Schlimmste abbekommen - ich war Beifahrerin. Meine beste Freundin am Steuer und ein Kumpel auf der Rückbank hinter mir. Wir sind geschätzt mit 70 oder 80 km/h gegen den Baum geheizt. Meine Schreie hörte man von draußen, sagten Zeugen und ich hätte nie gedacht, dass ich so laut schreien kann, ehrlich gesagt. Die Schuld geht an meine beste Freundin, die am 7. Oktober erst 18 Jahre alt wurde, und kaum Fahrerfahrung (außer aus der Fahrschule) hatte. Sie war glücklich, dass sie fahren konnte und ihren Führerschein endlich hatte. Doch Glück kann schnell vorbei sein, hab ich jetzt gelernt. Sie hat jetzt weder Führerschein noch ein Auto ohne Totalschaden. 
Nachdem das Auto mit uns gegen den Baum fuhr, und bei der Glätte zurückprallte, sprang mir erstmal der Airbag mitten ins Gesicht und verdammt, das hat gestunken, und es hat so gestunken, dass der Geruch förmlich immer noch in meiner Nase sitzt ... ich könnt kotzen. Mein Kumpel, der auf der Rückbank saß, kam zuerst aus dem Auto und setzte sich an den Straßenrand. Ich hab ihn kurz angesehen und sah sofort, dass ihm schlecht war, weil er sich an den Bauch fasste und einen üblen Audruck im Gesicht hatte. Dann versuchte ich aus dem Auto zu kommen - zwecklos. Ich nahm meine ganze (kleine) Kraft zusammen: schlug, trat und pettete gegen die Autotür wie eine Bekloppte. Darauf hin öffnete sich ein kleiner Spalt der Autotür und ich quetschte mich raus. Mein Körper fühlte sich an wie einmal komplett zerquetscht. Überall zog es, besonders am Brustkorb und an meinem Unterleib, da der Gurt mich natürlich gefangen hat. Ein paar Stellen fingen an, zu brennen und ich konnte förmlich zusehen wie sich Blutergüsse bildeten und eine Schürfwunde langsam Blut aus meinem Körper absonderte ... manche sagen jetzt "OH MEIN GOTT WIE SCHLIMM"... aber das war es gar nicht. Wir hätten verdammt noch mal tot sein können. Ich bin "gut" davon gekommen mit einer Schürfwunde und geprelltem Brustkorb. 
Nach ein paar Befragungen und Aufnahmen der Personalien der Polizei kamen wir in die Notaufnahme, wo ich erstmal geheult habe - wahrscheinlich der Schock. Dann hab ich 'ne Nacht im Krankenhaus verbracht und den restlichen Tag dort abgegammelt bis meine Muddi 18:00 kam, und mich dort rausgeholt hat. Ich war glücklich wie ein Kind, endlich wieder nach Haus zu dürfen. 

Wir waren heute auch in der Zeitung. 

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